Online Lehrgänge der Heilpflanzen-akademie Villa Natura mit Dr. Patricia Purker:

Vorschau
Modulübersicht

Hier findest du alle Module und ihre Lektionen im Überblick:

Kursfortschritt

Termine der Live-Webinare

 

Von den 20 Modulen sind 10 Live, in der Regel ist das jedes zweite Modul. Die 10 Live Webinare starten jeweils freitags um 17:00 Uhr und samstags um 10 Uhr MEZ (mitteleuropäische Zeit in AT, DE & CH) an folgenden Terminen & alle neuen Module werden per E-Mail ausgesendet, sobald sie verfügbar sind. Alle bisherigen Live Webinare von 2020 sind als Aufzeichnung bereits für dich online.

Live-Termine 2021:

  • Fr, 5. März | Vorfrühling
  • Fr, 19. März | Erstfrühling
  • Sa, 10. April | Vollfrühling
  • Fr, 30. April | Frühsommer
  • Fr, 21. Mai | Hochsommer
  • Fr, 11. Juni | Spätsommer
  • Sa, 3. Juli | Frühherbst
  • Fr, 27. Aug | Vollherbst
  • Fr, 17. Sept | Spätherbst
  • Fr, 8. Okt | Winter

Du bist noch nicht in der Heilpflanzen Akademie?!

Komm mit uns durch das Heilpflanzen Jahr unter der Leitung von

Dr. scient. med. Dipl. Ing. Patricia S. Purker

"Wiesen"schaftlerin & Wissenschaftlerin

Hier vertiefst du dein Natur- & Heilpflanzenwissen:

  • Heilpflanzen finden & erkennen
  • über 250 Video-Kräuterportraits
  • über 750 Seiten Skriptum als pdf
  • TEM
  • Baumheilkunde & Gemmotherapie
  • Kräuterküche & Mikronährstoffe
  • Naturapotheke & Kräuterextrakte
  • Naturkosmetika
  • Ethnobotanik & Klostermedizin
  • NaturKunst
  • Botanik & Biologie
  • Inhaltsstoffe & Wirkstoffe
  • altes Wissen mit moderner Wissenschaft verbinden
  • komplexe Zusammenhänge einfach verstehen & gut vermitteln können
  • alles Wesentliche um selbst Kräuterworkshops anzubieten

 

Die Akademie läuft das ganze Jahr über

Du kannst dich jederzeit im Jahr anmelden und bekommst dann umgehend alle Module vom Vorfrühling bis in den Naturwinter hinein freigeschaltet! Ein Einstieg ist jederzeit möglich und wir starten stets gleichzeitig mit dem ersten frischen Grün Anfang März neu ins Naturjahr. Dein Zugang gilt für 3 Jahre (möglicherweise auch mehr, wenn es technisch gut möglich ist).

10 Live Webinare plus Facebook Gruppe in der persönlichen Kursplattform

Zu Beginn jeder der 10 phänologischen Jahreszeiten - auf die wir im Detail eingehen - gibt es ein ein- bis zweistündiges Live-Webinar für all deine Fragen und eine geschlossene Facebook Gruppe.

Einordnen von wissenschaftlichen Quellen

Eine Speziallektion von Dr. Patricia Purker & Martina Göß

Studie zeigt – Von wegen schlecht: Kohlenhydrate verlängern unser Leben“ [1], so und ähnlich klingen immer wieder Schlagzeilen in den Medien. Und wenn das eine Studie sagt, dann muss das doch stimmen, oder?

So einfach ist das leider nicht. Und gerade wenn man als KräuterpädagogIn an neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen interessiert ist, stößt man bei der Recherche schnell mal auf Behauptungen, die angeblich durch „Studien“ untermauert werden.
Sich damit eingehender zu beschäftigen, ist meist trocken, langwierig und fad und wenn man noch dazu keine akademische Ausbildung hat, fällt es wirklich schwer, alle diese Informationen einzuordnen.

Gleich vorweg möchte ich euch aber enttäuschen: die Wahrheit© wird man auch mit der intensivsten Suche kaum finden.

Es gibt aber ein paar Kniffe, mit denen man vertrauenswürdige Quellen nutzen kann und nicht auf falsche oder unvollständige Informationen hereinfällt und diese dann unabsichtlich weitergibt.

Nehmen wir die Studie, auf die mit der Überschrift vom Anfang Bezug genommen wird.

Sie wurde in „The Lancet“ veröffentlicht, einer der seriösesten Wissenschaftszeitschriften weltweit. Das ist schon mal gut. Der Titel lautet „Dietary carbohydrate intake and mortality: a prospective cohort study and meta-analysis“ [2].
Hier stechen gleich zwei Fachausdrücke ins Auge. Den zweiten, die Metanalyse, erkläre ich noch später.
Da ich keine Lust habe, mich durch die ganze Studie zu quälen, scrolle ich gleich mal zum Conclusio und…

– Oho! – ganz so eindeutig, wie das Boulevardblatt am Anfang getitelt hat, ist es dann wohl doch nicht.
Denn die Conclusio sagt: Auch mit wenig Kohlehydraten kann man gesund altern, wenn man die Energiedifferenz nicht mit tierischen, sondern mit pflanzlichen Proteinen auffüllt.
Somit ist die Schlagzeile nur bedingt wahr.

Also: Lies immer die Conclusio zuerst, falls du weiter neugierig bist lies den ersten & letzten Satz jedes Absatzes und erst dann den ganzen Artikel, dann hast du das nötige Vorwissen um die Details gut einzuordnen.

Ist diese Recherche immer notwendig? Ich finde, ja.
Vor allem dann, wenn man vor hat, solch detaillierte Informationen an andere weiterzugeben.
Und wenn einmal ein paar Dinge beachtet werden, dann geht dieser Faktencheck auch wirklich schnell.

Um die Seriosität einer wissenschaftlichen Veröffentlichung als Laien einschätzen zu können, muss man folgende Fragen stellen:

  • Wer hat den Text verfasst? (Ist der/die AutorIn ExpertIn oder befasst er/sie sich für gewöhnlich mit anderen Themen? Z.B. sind VolkskundlerInnen selten BotanikerInnen)
  • Wird ein bestimmtes Ziel verfolgt oder erscheint der Text objektiv?
  • Auf das Wording achten! Studien haben in der Regel neutrale Titel. Textbausteine wie „raises concerns“ im Titel deuten auf unseriöse Werke hin [3].
  • Für die Wirksamkeit von Inhaltsstoffen und Kräutern ist wichtig, ob es sich um eine Laborstudie (reine Wirkstoffanalyse, ohne Probanden), Tierversuche oder eine klinische Studie (mit Menschen) handelt und wie viele Stichproben (StudienteilnehmerInnen) es gibt.
  • Wurde ein Paper von FachkollegInnen bewertet, als “Peer-Review”?
    Sogenannte „Preprints“ (Vorveröffentlichungen) wurden meist noch nicht, in Wissenschaftszeitschriften veröffentlichte Texte in der Regel schon bewertet.

Eine einfache Google-Suche kann schnell Auskunft über den Ruf der publizierenden Fachzeitschrift oder AutorIn geben.

Im Zweifelsfall kann man auch Personen vom Fach fragen – ihr werdet euch wundern wie viele Leute ihr über mehrere Ecken kennt, die jemanden kennen, der weiterhelfen kann. Und falls nicht, sind in sozialen Medien einige ExpertInnenen für Wissenschaftskommunikation unterwegs, die sich auch gerne fragen lassen.

Übrigens gibt es auch Studien über Studien. Diese werden Metastudien (oder Reviews) genannt und werten gesammelt Daten bisheriger Studien zu einem bestimmten Thema aus. Wenn es zu der Fragestellung, die ihr habt, wie etwa „Ist Vitamin C gut für mein Immunsystem?“ [4], eine Metaanalyse gibt, dann habt ihr fast schon gewonnen. Verlässlicher sind nur noch Fachbücher und Monographien.

Monographien sammeln detaillierte Forschungserkenntnisse zu einem bestimmten Thema und sind meist etwas einfacher zu lesen. Ihr Nachteil ist, dass sie regelmäßig überarbeitet werden müssen und daher nicht immer auf dem neuesten Stand sind. Monographien sind in der Heilkräuterkunde seit den Veröffentlichungen der Kommission E allgegenwärtig.
Auch Fachbücher fassen Wissen zusammen und sind in ihrer Lesbarkeit auch für interessierte Laien gut geeignet.

Ich hoffe, ich habe jetzt ein bisschen mehr Überblick geschaffen. In den vergangenen Monaten hat es leider so mancher Preprint zu Schlagzeilen gebracht, der am Ende gar nicht veröffentlicht wurde, weil sich die zugrundeliegende Studie als wissenschaftlich nicht haltbar erwiesen hat und wenn man das nicht weiß, können einen Informationen schnell in die Irre führen.

Wenn man jetzt als KräuterpädagogIn auf eine Studie Bezug nehmen möchte, empfiehlt sich, eine Information am Besten mit Formulierungen wie

  • es gibt vielversprechende Forschungsergebnisse“ oder
  • wissenschaftliche Forschungen lassen vermuten“ zu präsentieren.

Und auch wenn es jetzt vielleicht nicht so aussieht, wissenschaftliche Texte zu lesen kann auch manchmal ganz schön spannend sein, auch wenn man nur Abstract und Conclusio liest 🙂

Bist du neugierig auf mehr wildes & wissenschaftliches Heilkräuterwissen?

Schau dir hier die Videoserie “Lust auf Naturwissen” an: Gratis Videoserie.

Diese Lektion über wissenschaftliche Quellen ist für jeden freigeschaltet, um einen Einblick in die Heilpflanzen Akademie zu bekommen. Alle anderen Lektionen (über 200 Pflanzenportraits und noch viel mehr Information & Spezialwissen über Naturkosmetik, Traditionelle Europäische Medizin, Naturküche und vieles mehr!) sind nur für TeilnehmerInnen zugänglich.

Wenn du auch dabei sein willst und den Kurs buchst, bekommst du umgehend alle bisherigen Module freigeschaltet und kannst dich durchklicken und von Dr. Patricia Ricci Purker durch das ganze Naturjahr begleitet werden.

Hier gibts den umfassenden Schnupperkurs “Lust auf Naturwissen” & alle Infos zum aktuellen Super-Spezialtarif:

Ich freue mich über Dein Interesse!

Dr. scient. med. DI Patricia Ricci Purker
Dr. Patricia Ricci Purker

Zitierte Quellen:
[1] „Studie zeigt – Von wegen schlecht: Kohlenhydrate verlängern unser Leben“ https://www.bunte.de/fitness/abnehmen-ernaehrung/superfood/studie-zeigt-von-wegen-schlecht-kohlenhydrate-verlaengern-unser-leben.html (abgerufen am 18.01.2021)
[2] „Dietary carbohydrate intake and mortality: a prospective cohort study and meta-analysis“ https://www.thelancet.com/journals/lanpub/article/PIIS2468-2667(18)30135-X/fulltext (abgerufen am 18.01.2021)
[3] hier verzichte ich auf einen direkten Quellenverweis, da ich, keine unseriösen Quellen verlinken möchte, aber zum WHO-Statement: https://www.afro.who.int/news/statement-who-and-unicef-tetanus-vaccine-kenya (abgerufen am 18.01.2021)
[4] „Vitamin C for treating and preventing the common cold“ https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23440782/ (abgerufen am 18.01.2021)

Literatur:
Thieme Online, 07.03.2017, „Studien richtig lesen“, https://www.thieme.de/viamedici/klinik-promotion-1525/a/studien-richtig-lesen-33172.htm (abgerufen am 18.01.2021)
Wissenschaftskommunikation.de, Joachim Kimmerle, 26.02.2018 „Wie gut verstehen Laien wissenschaftliche Unsicherheit?“, https://www.wissenschaftskommunikation.de/wie-gut-verstehen-laien-wissenschaftliche-unsicherheit-12581/ (abgerufen am 19.01.2021)

Lektions-Schlagwörter: wissenschaftliche studien
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